Archiv der Kategorie: Gedankenfetzen

Die Moral des Kriegers

Artikel aus dem jahre 2010 von Urs Weth, neu gepostet, passt ganz gut zur heutigen Zeit…

Wir kennen sie alle, die kleinen Tricks, die wir schon in unserer Jugendzeit zuweilen angewendet haben. In der Schweiz, wo ich herkomme, nennt man sie “Buebetrickli”, was eigentlich kaum in die deutsche Sprache übersetzt werden kann. So ungefähr könnte man es übersetzen mit “Tricks der Buben”, was aber die Sache nicht ganz genau beschreibt. Item: So ein Buebetrickli war zum Beispiel dieses: Man kickte dem unliebsamen Gegner, möglichst von hinten eins ans Bein. Sobald der sich umdrehte, verschwand man sofort und schaute, dass jemand anders in die Schusslinie kam. Oder man knallte einem Kumpel eine an die Birne. Wenn dieser nun zurückschlagen wollte, dann schrie man so laut man konnte auf dem ganzen Pausenplatz umher, bis endlich alle Mitschüler und Lehrer im Kreise versammelt waren. Das war der Moment, möglichst theatralisch den Kumpel anzuschreien und kundzutun, dieser habe ihn geschlagen. Wenn der Kumpel, der vielleicht nicht so viel Mumm hatte, nun ganz kleinlaut versicherte, dass der andere angefangen habe, dann schrie man noch lauter, er sei ein Lügner usw. Die ganze Geschichte ging in den meisten Fällen auf. Der Kumpel wurde bestraft und man selber kam davon und lachte sich ins Fäustchen.

Solche Tricks gibt es durchaus auch im Umfeld der Kriegslist. Die Chinesen kennen hunderte, wenn nicht tausende davon. Ich empfehle Ihnen einmal ein entsprechendes Buch darüber zu lesen. Da würden uns vielleicht gewisse Dinge klarer erscheinen. Was bei den Chinesen seit tausenden von Jahren als sogenannte “Strategeme” bekannt und beliebt ist, kennen selbstverständlich auch andere Supermächte bestens. Da ist unser kleines Buebetrickli noch harmlos dagegen. Im grösseren Kontext finden wir die Geschichte ja bereits in der griechischen Mythologie wieder, wenn wir die Sage von Troya und dem bekannten troyanischen Pferd einmal wieder nachlesen. Nicht umsonst nennt man ja diese gefährlichen Computerprogramme auch “Troyaner”. Eben deswegen, weil sie vermeintlich als harmloses “Geschenk” sich in ein bestehendes System einnisten, um von dort – also von innen her – die Kriegsaktivitäten auszulösen.

Wenn ich mit diesem Hintergrund und Blick in die gegenwärtige Geschichte hineinschaue, dann kommen mir viele Dinge bekannt vor. Die Supermacht USA als Beispiel hat es seit dem Beginn der Finanzkrise besonders schwer, ihre Vormachtstellung aufrecht zu erhalten. Nicht nur seit 2007, auch schon vorher, aber seit dann in besonderem Masse. Ein wesentlicher Grund dafür, dass die USA ihre Herrschaft auf der Welt einführen konnte, war sicher ihre Währung, der Dollar, der sich im Laufe der Jahrzehnte zur Weltwährung und zum allumfassenden Massstab mauserte. Mit der grossen Krise begann das Vertrauen in den Dollar sich zu vermindern. Insbesondere die arabische Welt, welche ja bekanntlich als Hauptöllieferant eine einflussreiche Rolle auf der Welt spielt, hatte damit begonnen, ihre Staatsanleihen und Geldreserven, die sie bislang mit Dollars deckten, in anderen Währungen anzulegen, zum Beispiel in den Euro. Das war für die USA eine enorme und empfindliche Massnahme, welche zu grossen Instabilitäten des Dollarkurses führte und noch führt.

Nun kann man sich fragen, ob die Amerikaner (der Bueb) bereit sein würden eine jahrzehnte lange, mit Mühsal herbeigeführte Vormachtstellung durch solche Aktivitäten zerfallen zu lassen. Die Antwort wird ganz schnell und entschieden ein NEIN sein! Aber die Möglichkeit, den Lauf der Dinge aufzuhalten konnte ohne neue Kriegspläne und Kriegslist unmöglich angegangen werden. Die arabische Welt wurde zum Hauptfeind erkoren! Das geschah schon viel früher in den späten 90er-Jahren, eskalierte aber in Folge des vermeintlichen Angriffs von “muslimischen Fanatikern” auf die WTC-Türme. Wie auch immer der Feind aussehen mochte, dieser Anschlag kam den USA jedenfalls sehr gelegen. Kriegslist? Buebetrickli? Der Nutzen jedenfalls war für Amerika wesentlich grösser als für die arabische Welt. Somit konnte man schon eher von einer Dummheit sprechen, wenn der Angriff wirklich aus den muslimischen Kreisen kam.

Der Fokus der Information muss immer auf einen Schuldigen gelegt werden. Dazu sind die Medien wichtig. Um also solche Buebetricklis anzuwenden, musste man zwei Dinge beachten:

1. Man musste für allfällige Kriegsabsichten das Volk hinter sich bringen. Das ist ganz wichtig, um Bürgerkriege und Volksaufstände zu minimieren. Um das zu bewerkstelligen musste man das Volk grossflächig einheitlich ansprechen und ein Gefühl der Angst gegen den erfundenen Gegner anfachen. Wenn das Attentat nicht von aussen kam, dann musste man es selbst erzeugen, so wie man dem Kumpel von hinten ins Bein kickte und dann den Kameraden ins Rampenlicht stellte. Das sind ganz einfache, aber umso wirksamere Tricks.

2. Wenn das geschehen ist und der vermeintliche Angreifer im Licht steht, dann braucht man die Medien, um den Glauben an die Schuld zu verbreiten und den Buhmann an die Wand zu stellen. Eine einheitliche Presseinformation verbreitet viel negative gesteuerte Energie auf den Fokus, den man sich legen will. Die Tat passiert niemals im Licht, sondern hinter dem Licht, dort wo derjenige steht, der auf den anderen zündet. Dort, hinter dem Licht ist der Schatten und der wahre Urgrund der Taten zu suchen.

Die Angst aber erst bringt den Bürger hinter den Kriegsverursacher und täuscht eine Pseudo-Sicherheit vor. “Diese scheusslichen Menschen müssen ausgerottet werden…” lautet dann die gemeinsame Botschaft und die wenigen, welche den Blick hinter das Licht wagen, werden durch Häme und Verspottung erniedrigt (“Verschwörungstheoretiker”). Angst, Häme, Spott: Das sind die drei Grundelemente der strategischen Kriegstlist. Das ist die Moral des Krieges. Ein viertes muss noch dazugenommen werden und das ist: Die Lüge.

Demnächst (ca. Juli 2021) erscheint ein neues Buch mit dem Titel “Die grosse Entscheidung” im Wirkstatt-Verlag, Autor Urs Weth. ISBN: 978-3-949299-01-8

Weitere Bücher des Autors sehen Sie z.B. bei Glomer

Der beste Schutz vor Viren

Urs Weth

Es gibt 3 Möglichkeiten, sich effizient und nachhaltig vor Viren zu schützen

Erste Möglichkeit

Sie bauen sich einen Bunker aus Stahl und Beton. Der Eingang muss durch eine Schleuse getrennt sein. Die Türen müssen absolut dicht und undurchlässig sein. Am besten nehmen Sie dicke Stahltüren. Fenster im Innenraum dürfen keinesfalls geöffnet werden können! Sie müssen ebenfalls absolut dicht sein. Im Inneren sorgt eine klimatisierte Luft für Ihr Wohlbefinden. Diese darf jedoch nicht von aussen kommen, sondern muss über komplizierte Filtersysteme zugeführt werden.

Die Nahrung muss klinisch rein sein. Abgepackt und verschweisst. Zudem vorgängig von allen möglichen Erregern gereinigt und desinfiziert. Der Zutritt zu Ihrem Bunker erfolgt zweimal täglich durch die Schleuse: einmal hinaus und einmal hinein. In der Schleuse müssen Sie den Schutzanzug anziehen. Er sollte ebenfalls komplett dicht sein. Desinfizieren Sie sich gründlich von allem Dreck, der von aussen hineindringen könnte. Die Zuluft des Schutzanzuges wird über eine Sauerstoffflasche gewährleistet, deren Luft steril sein muss. Dasselbe Prozedere machen Sie beim Hineingehen, wie auch beim Hinausgehen.

Am besten wäre es, wenn Sie den Bunker niemals verlassen würden. Sie können sich dazu einen Diener oder Sklaven anstellen, der Ihnen alle notwendigen Nahrungsmittel und Utensilien via separat eingebauter Warenschleuse zuführt. Ein geringer Kostenzuschlag dafür ist zu erwarten.

Durch diese Methode verhindern Sie, dass 99 % der Viren keinen Zugang zu Ihrem Körper mehr haben. 1 % wird dennoch den Weg dahin finden. Das sind immer noch Millionen, auch Coronaviren sind nicht ausgeschlossen. Es wird keine Garantie übernommen. Die Haftung liegt beim Kunden.

Zweite Möglichkeit

Wenn Ihnen die erste Variante nicht behagt, oder zu teuer ist, können Sie sich bei OBI ein Seil besorgen. Die Baumärkte sind ja jetzt wieder offen. Achtung, das Seil muss genügend stark sein. Dieses befestigen Sie an einen Balken oder auch am Ast eines Baumes. Die Statik müsste zuvor berechnet werden. Passen Sie die Höhe Ihrer Grösse an und geben Sie einen Fallzuschlag von ca. 50 cm. Achten Sie auch darauf, dass Sie beim Vorgang des Übertritts nicht gestört werden! Die totale Überwachung ist mittlerweile weit vorgeschritten.

Im Jenseits sind Sie dafür 100 % sicher vor Viren!

Dritte Möglichkeit

Vergessen Sie das Wort Virus!
Löschen Sie jeden Gedanken an mögliche Erreger für immer aus Ihrem Gehirn!
Gehen Sie in die Natur, geniessen Sie die frische Luft!
Treffen Sie sich mit anderen Menschen!
Umarmen Sie Menschen! Gehen Sie aufeinander zu! Reden Sie mit Ihnen!
Werden Sie künstlerisch und/ oder sportlich aktiv.
Verrichten Sie Ihre Arbeit mit Mut, Zuversicht und Begeisterung.
Reisen Sie viel und mit Freude.
Entdecken Sie die Welt!
Überschreiten Sie Grenzen!
Erweitern Sie Ihren Horizont (über die monotonen, einmütigen Massenmedien hinaus)!
Lassen Sie allen Menschen ihre Freiheit, so wie Sie erwarten, dass man Ihnen Ihre Freiheit lässt!

Lassen Sie der Natur Ihren Lauf!

*

Der schlechteste Schutz vor Viren ist die Angst!

*

Kleine Zollgeschichte

Kürzlich versuchte ich einen weiteren Zollübertritt von der Schweiz nach Deutschland, um in mein SVAKT-Büro zu gelangen, weil sich die Arbeit anhäufte.
Die Zollbeamten, eigentlich waren es zwei bewaffnete Polizisten, wollten mir den Übertritt nicht gewähren und schickten mich zurück. Sie müssen den Befehlen nachkommen.
Zu einem der beiden Polizisten gewendet (dem Älteren) fragte ich, ob er stolz sei auf den Mauerfall?
Er sagte ja – selbstverständlich! Was denn die Frage soll?
Ich fragte, ob er denn wüsste, warum dieser zur Hauptsache möglich geworden sei?
Schweigen und ein konsternierter Blick auf mich gerichtet.
Er wurde möglich, weil die Polizisten damals ihre Befehle verweigerten…

Entdeckung der Langsamkeit

Solent News & Photo Agency“Entdeckung der Langsamkeit”, so heißt ein Bestseller von Stan Nadolny, der vor einigen Jahrzehnten viele Gemüter bewegte. Inzwischen, so hat man das Gefühl, ist die Welt noch viel schneller und hektischer geworden.

Es gibt für die meisten Menschen in der westlichen Welt kaum mehr wirkliche Ruhemomente. Das Netz der Verbindlichkeiten und Abhängigkeiten wird immer engmaschiger und größer. Für weniger Geld muss immer mehr Zeit investiert werden, Internet sei Dank.

Die Langsamkeit als Rezept gegen die Hektik unserer Zeit? Hat das Erfolg? Es ist zumindest ein interessantes Konzept, aber bringt es wirklich entscheidende Veränderungen? Immerhin erhoffte Mann/Frau sich im Zuge der digitalen Entwicklung deutlich mehr freie Zeit! Aber das stellte sich als eine Fata Morgana heraus. Meine Gegenthese zur “Entdeckung der Langsamkeit” lautet deshalb: nicht die Langsamkeit, sondern die Selbstbeobachtung bringt mehr Lebensqualität!

Nur, was heißt Selbstbeobachtung? Ein Kernsatz der spirituellen Entwicklung heißt: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Hinter diesem geistigen Gesetz verbirgt sich eine gewaltige Kraft! Wir können unsere Aufmerksamkeit natürlich überall hinlenken. Meistens geht es um materielle Aspekte, die von uns Beachtung einfordern. Die des alltäglichen Lebens, einfache Dinge oft, wie der Einkaufszettel, die nächsten Termine, das Make up, anstehende Rechnungen oder das Wohlergehen unserer Kinder. Die Wünsche, die wir für unsere Zukunft haben: ein größeres Haus, ein toller Job, mehr Einnahmen, spannende Reisen und andere besondere Anschaffungen. Dies alles beschäftigt uns über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Es beansprucht die volle Aufmerksamkeit und richtet demnach auch sämtliche zur Verfügung stehenden Energien darauf.

Natürlich sind es auch komplexere Dinge, die uns in Anspruch nehmen: psychische Probleme, Ängste aller Art, Konflikte mit anderen Menschen, physische Krankheiten und so weiter und so fort. All diese Dinge erfordern unsere Aufmerksamkeit und ziehen Energien von uns ab. Oft hilft die Verlangsamung der Prozesse, um wenigstens Linderung zu erfahren. Damit sind die wirklichen Sorgen jedoch kaum beseitigt. Erst wenn wir anfangen, den Dingen und deren Motiven auf den Zahn zu fühlen, beginnt so etwas wie Verwandlung durch Selbstbesinnung. Diesem Faktor der persönlichen Entwicklung wird viel zu wenig Gewicht beigemessen. Was über dem Tempel zu Delphi schon vor über 2000 Jahren in Stein gemeißelt war, ist heute aktueller denn je: “Mensch, erkenne dich selbst”.

Die Entschleunigung allein löst das Problem der Energieverschwendung im doppelten Sinne noch nicht. Dazu muss die Aufmerksamkeit dorthin gerichtet werden, wo die Motive und Beweggründe unserer Taten liegen. Sie sind quasi hinter den bloßen Gedanken und Vorstellungen zu finden, die den Schleier unseres Bewusstsein trüben. Durch das achtsame hinlenken dieses Bewusstseins darauf, wird gleichzeitig die Energie von außen nach innen umgelenkt. Sie erfüllt uns so in einer anderen Weise mit Kraft und wirkt dem Stress des Lebens entgegen. Auch dadurch wird dieses Leben entschleunigt. Es wird intensiver, weil der Fokus im gegenwärtigen Tun liegt. In dieser Weise wird dasselbe erreicht, eine scheinbare Verlangsamung der Prozesse: die Entdeckung der Langsamkeit auf dem Umweg der Selbstbeobachtung.

Zum zweiten bedeutet Energie auch der Kraftaufwand, den ich verwende, um meine Ziele zu erreichen. Und wie heißt es doch so schön: oft ist weniger mehr. Also nicht die Verlangsamung oder Entschleunigung hat den zwingenden Einfluss auf den Energieverbrauch, sondern die Effizienz. Effizienter werde ich gleichfalls nur durch die Achtsamkeit. Die Selbstbeobachtung ist die alles umfassende Fähigkeit, das A und O der menschlichen Erkenntnis. Das heißt, die Verlangsamung der Prozesse bewirkt nur dann einen Gewinn, wenn dadurch die Aufmerksamkeit gesteigert werden kann. Es kann durchaus das Gegenteil passieren, nämlich dass wir durch die Reduktion des Tempos müde werden, unkonzentriert oder sogar einschlafen. Umgekehrt kann die Steigerung des Tempos die Aufmerksamkeit sogar steigern.

Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie… und jetzt neu auch eines über Anthroposophie… Glaube oder Wissenschaft? und über Kunst – ein kreatives Thema… und noch ein Kunstbuch mit dem Titel: Form-Lust

Die Wahrheit in der Presse

journalismusMasken sind das Thema der ersten Ausgabe unserer eigenen Zeitschrift, dem “Wirkstatt Schaufenster“. In Basel spricht man allerdings von Larven, wenn man dieses Ding meint, womit man sich für kurze Zeit, genau gesagt für die “drey scheenschte Dääg“ in eine andere Person verwandeln möchte. Masken im Sinn der Thematik haben aber noch eine andere Bedeutung. Sie umschreiben einen Zustand, der bei den meisten von uns auch ausserhalb der Fasnacht eine nicht unwichtige Bedeutung haben.

Nur fragen wir selten danach, weil wir jene Masken gerne verdrängen. Sehen wir sie nicht überall in unserem Alltag, automatisiert und leer? Ein Beispiel ist der blinde Glaube an das Gedruckte.
Warum neigt der durchschnittliche Leser/Leserin dazu, das Meiste zu glauben, was in der Boulevardpresse, oder überhaupt in Zeitungen, steht? Warum ziehen generell Buchstaben, die schwarz auf weiss gedruckt sind, einen mystischen Mantel der Seriosität und Allmacht mit sich herum, ähnlich dem Status der Herren (und Damen?) im weissen Kittel?

Die Frage ist berechtigt, schaut man sich die Motive der unaufhörlichen Gier nach Inhalten der Pressejäger etwas genauer an. Denn diese sind durchaus nicht immer so wahrheitsfreundlich, wie sie daherkommen, sondern vor allem mehrheitstauglich. Da wird, gelinde gesagt, schon mal kräftig gemogelt.

Die Wahrheit ist kein einfaches Geschäft. Lügen will gelernt sein. Sie stellt sich in verschiedenen Masken und Facetten dar. Und da wären wir schon beim Thema. Lügen bedeutet nicht nur das Verschweigen von Tatsachen, sondern auch das Verzerren, das Über- oder Redimensionieren von entscheidenden Details. Diese können so in einem völlig anderen Licht erscheinen. Werbe-Psychologie spielt da unter anderem eine sehr grosse Rolle. Wahrheit und Lüge steckt da nicht nur in Worte verkleidet, sondern vor allem in Bilder, in Betonungen, Gewichtungen, Darstellungen im Scheinwerferlicht des Bewusstseins oder besser, des Unbewussten.

Das richtige Bild, der richtige Titel macht die Made im Speck aus, beziehungsweise den Umsatz im Portefeuille der Verlage; der Inhalt mag wichtig sein, bleibt aber oft hinter einer Fassade zurück.
Das Ganze macht die Sache schwieriger als erwartet. Die Lüge ist oft versteckt und undurchsichtig, undurchschaubar hinter den Gedanken verpackt. Dies gerade ist die Kunst eines so (aus-) gearteten Journalismus: die Wahrheit bis an ihre Grenzen auszuloten, zu modifizieren und anzupassen, womöglich zu verbiegen, so dass sie sich dennoch in einem relativ glaubwürdigen Gleichgewicht zwischen noch zu ertragendem, unanfechtbarem Tatbestand einerseits, und in oben erwähnter Massentauglichkeit andererseits, zu behaupten (oder zu verkaufen) vermag. Das ist die Maxime hoher Verkaufszahlen.

Das Fatale ist, dass in solcher Art durchaus bewusst verdrehter Berichterstattung die Kerntatsachen oft nicht nur verwischt, sondern wissentlich umgelenkt werden. Es ist durchaus möglich, in gewissem Sinne “wahrheitsgetreu” den einen Blickwinkel in aller Deutlichkeit festzuhalten, um dabei die im Schatten stehenden (oder liegenden), vielleicht wesentlicheren Ereignisse mit demselben Akt professioneller Halbwahrheiten auszuschalten. Glauben, Lüge und Wissen – schafft sich im Schlachtfeld der eigenen Persönlichkeit ein Schattendasein, genannt Maske. Dennoch können solche Schlachten mit klugen Mitteln sehr erschwert werden. Aber die meisten Menschen zeigen sich, was die Wahrheitsfindung anbelangt, zu wenig Kampfeslust bereit.

“Wirkstatt Schaufenster” geht den Weg des Idealismus und der Unabhängigkeit. Es wird mit Themenschwerpunkten für Kinder und Erwachsene erscheinen und bleibt kostenlos…

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Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie… und ein KinderbuchUrsli und der Traum vom Schiff“ 

Besitz- Freude und Schenk- Freude

FreudeLetzthin sah ich in der Stadt einen älteren, sportlichen Mann auf seinem Fahrrad. Warum er mir auffiel, weiss ich nicht. Er hatte nichts Besonderes an sich, nichts, was herausstach oder sich vom Normalalltäglichen abhob. Vielleicht war gerade dies so charakteristisch spezifisch und augenfällig: das Normale. Auf seinem Gesicht, welches ich nur flüchtig erheischte, lag eine gewisse Fröhlichkeit.
Sein Lachen hatte in mir jedoch irgendwie seltsam nachgeklungen. Es fiel mir in der Folge auf – weitere lachende, scheinbar frohe Gesichter beobachtend – wie unterschiedlich die Qualität der Freude ausgedrückt werden kann!

Das Lachen jenes Mannes liess eine Freude durchscheinen, die sich auf etwas Bestimmtes bezog; eine freudige Erwartung im Sinne von: Jetzt kann ich mir endlich den neuesten iMac leisten, nachdem ich meine Frau davon überzeugen konnte. Wie geil ist es, jetzt das Ding zu kaufen! Die Freude des zum Mediashop fahrenden Mannes bezog sich auf eine Art äusserer Befriedigung, die jeder kennt, wenn er oder sie sich in irgend einer Art und Weise materiell befriedigt. Es mag so oder anders gewesen sein; Mediashop oder Geliebte, jedenfalls stimmte das Gefühl in diesem Sinne betrachtet…

Die meisten lachenden Gesichter, die ich in der Folge beobachtete, boten mir einen ähnlichen Ausdruck: sie bezogen sich auf irgendwelche materiellen Dinge oder Erwartungen. Es war aus ihnen zu lesen: jetzt bekomme ich etwas! Achten Sie einmal, wenn Sie durch eine Stadt spazieren, auf dieses Lachen! Versuchen Sie herauszufinden, welches der Antrieb für das Lachen auf den Gesichtern – wenn sich denn ein solches zeigt – ist! Meine persönliche Erfahrung war ernüchternd! Das meiste schien diesen Haben-Charakter zu tragen.

Wie anders ist es doch, wenn jemand nicht lacht, weil er oder sie etwas bekommt, etwas erwartet, was ihm oder ihr zusteht – was also infolgedessen auf Besitz ausgerichtet ist! Wenn sich ein Lachen in einem Gesicht zeigt, welches nicht etwas von anderen für sich selbst haben will, sondern etwas geschenkt hat, anderen etwas gegeben hat! Die Qualität einer solchen Freude, zeigt mehr als blosse Selbstlosigkeit, blosse Demut oder asketisches Gehabe.

Ein Lachen dieser Art schenkt selbst, aus sich heraus, etwas viel Kostbareres, lässt etwas spürbar machen, was sich im Hintergrund von einer Art “permanenter Persönlichkeit”, einer Art „geistigem Ich“, oder wie man es nennen will, kund tut! Es tritt hervor aus dem Schleier der egoverhafteten Persönlichkeit, durchbricht diesen (wenigstens für Momente) und wirkt heilend auf die Umgebung! So, wie die Sonne, die hinter den Nebelschwaden hervorbricht alles in ein vollkommen neues Licht verwandelt! Solche Schenk-Freude berührt jeden von uns. Sie kommt aus einer tieferen Ebene, als die Besitz-Freude und hat eine enorme Wandlungskraft! Das “Haben” verblasst im Schein des “Seins”.

…ähnliches habe ich letzte Woche auf dem Gesicht meiner verstorbenen Mutter auf ihrem Totenbett gesehen… dies sei ihr zum Gedenken!

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Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie…

Der Apfel fällt nicht weit vom Leben

ApfelDas menschliche Leben beginnt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nämlich dann, wenn es vom Ursprung getrennt wird! Das ist sehr eigenartig und eigentlich traurig! Wenn sich jemand etwas anderes wünschen könnte, so möchte er oder sie doch den Zusammenhang mit dem Ursprung behalten! Mit dem Schnitt in die Nabelschnur versiegt jedoch jede Hoffnung auf diesen Zusammenhang.

So verbunden waren wir eine Einheit mit dem Leib der Mutter. Eine Art „Samenkorn“, genannt Embryo, welches von einer Kraft genährt wird, die wir schlicht „Leben“ nennen und von der die Wissenschaft etwa so viel weiß, wie der Regenwurm vom Mond oder von der Sonne. Er sieht das Licht zwar, aber es bleibt für ihn ein undurchdringbares Mysterium.

Wenn der Apfel vom Baum fällt, dann erst beginnt sein eigentliches „individuelles“ Leben! Solange er noch mit dem Ast verbunden ist, wird er noch von den Kräften des Baumes genährt. Vergleichbar dazu könnte man sagen, dass auch der Mensch, so wie der Apfel, erst dann seinen „individuellen“ Weg beginnt, wenn er von der Nabelschnur getrennt wird. Auch in ihm ist der Same für seine Nachkommen, so wie im Apfel die Kerne sind. Aber ist der Apfel vom Baum gefallen, beginnt genauso seine Todesreise! Denn jetzt geht es nur noch in eine Richtung. Er reift, so wie der Mensch in den ersten 15-20 Jahren, zwar noch ein wenig nach und erreicht seinen höchsten Glanz und seine Süsse. Aber danach?

Das kollektive Ego hat jeglichen Zusammenhang mit dem Tod vergessen. Es benimmt sich so, als wenn er nicht existieren würde. Niemand will daran denken. Keiner will älter aussehen als er ist, sondern jünger. Es werden riesige Summen und Leiden auf sich genommen, um all dem zu entrinnen, was mit dem Apfel bald einmal passiert: Er schrumpelt vor sich hin und (ver-)schwindet schließlich. Kein Apfel wird dem entweichen können. Und ebenso wenig der Mensch und jedes andere Lebewesen. Leben in der Formidentität ist und bleibt begrenzt. Aber keiner will es wissen. Die Vorstellung wird in die ferne Zukunft verschoben. Die alten Menschen werden hinter dicken Mauern versteckt. Viele Menschen sehen sie nicht gerne, weil sie ein Spiegel dessen sind, was auf uns alle eines Tages mit Sicherheit zukommen wird…

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Hier der erste Versuch, die Artikel in Hörform zu präsentieren:

Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie…

Brief eines Lehrers an seine Schüler

Lehrer

Liebe Schülerinnen und Schüler

In den letzten Jahren habe ich mit mir und mit Ihnen gekämpft und gerungen. Mühsam versuchte ich, es Ihnen in allen Belangen recht zu machen, Ihnen den Stoff so zu vermitteln, dass er Lust bereitet und motiviert. Dies tat ich im besten Glauben, damit etwas Gutes zu tun, nämlich Ihnen etwas auf Ihren Lebensweg mitzugeben, um alle Grunderfordernisse zu erfüllen, die in der heutigen komplexen Welt – vielleicht leider – erforderlich sind und verlangt werden.

Je mehr und je länger ich mich um solches bemühte, umso weniger vermochte ich Ihre Motivation zu spüren, Ihre Bereitschaft auszumachen, das anzunehmen, was ich Ihnen geben wollte. Doch nicht nur die Motivation schien zu schwinden, sondern auch die Achtung voreinander und das gegenseitige Vertrauen. Dass auch die Leistungen unter dem grossen, allseitigen Druck, bedenklich in den Keller fielen, ist eigentlich nur folgerichtig und wenig verwunderlich. Die Grundbedingungen, das Fundament schien zerbrochen, weil der Zusammenhang immer mehr fehlte.

So habe ich mich nach langem Ringen mit mir selbst, entschlossen, diese Situation ab dem heutigen Tage und mit sofortiger Wirkung zu ändern! Ich verlange nichts mehr von Ihnen! Sie können gehen! Ich erwarte auch nicht, dass Sie wiederkommen sollen. Ich bin Ihnen deswegen auch gar nicht böse, weil ich weiss, wie schwer Sie es haben. Einigen wird diese Situation nicht so sehr gefallen. Die meisten von Ihnen – so bin ich überzeugt, sind aber sehr froh darüber. Ich selber bin nicht froh, aber auch nicht traurig.

Sie können eine Woche ausbleiben; Sie können zwei, drei, vier oder mehr Wochen ausbleiben: Solange Sie wollen! Ich gebe Ihnen eine Liste mit, was die Lernziele dieses Jahres sind. Am Ende des Schuljahres dürfen Sie ungeniert zu mir kommen und die Prüfungen ablegen. Sie können aber auch jederzeit bei mir Hilfe anfordern, ja Sie können auch weiterhin den Unterricht regelkonform besuchen. Ich bin immer für Sie da. Sie können es halten, wie Sie wollen. Wenn Sie gar keine Schule mehr haben möchten, dann müssen Sie es vor sich und Ihren Angehörigen selber verantworten und alle daraus entstehenden Folgen gut überdenken.

Rechnen Sie damit, dass Sie früher oder später in eine Krise geraten. Aber diese Krise muss wohl sein. Erst durch sie kann der gegenwärtige Nullpunkt durchschritten werden. Wie es weitergehen soll, liegt also ganz in Ihren Händen!

Hochachtungsvoll,
Ihr Lehrer

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Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie…

Sommermärchen

Kätzchen* So manches Sommermärchen wird im Winter zum eisigen Melodrama. Liebe, Licht und Leben sind grosse Worte hinter denen oft nur ein seichtes Tümpelchen von Illusionen und leeren Phrasen steckt. Allein die Begriffe lassen so manchen Esotümpler abheben. Doch Name ist, wie es so schön heisst, “Schall und Rauch“. Die Verwicklung in Schwelgerei und Phantastik, dörrt wohl jeden gesunden Menschenverstand aus, verführt ihn in die Abhängigkeit obskurer Geister, (…die er selber rief). 

So erlebe ich oft die Grundstimmung gleichnamiger oder ähnlich betitelter Social-Gruppen. Das rein gedanklich-philosophische gilt oftmals als DIE Entwertung jeder spirituellen Ausrichtung. “Mit dem Herzen denken“ und ähnliche Gleichungen verhärten sich als kopfige Denkmuster im Eigner derselben: Das Kind wird mit dem Bade ausgeschüttet. Ebenso gut können wir “Meditation“ mit “Dösen“ gleichsetzen. So hallte es in diesen Gruppen zu Hauf nach, wie in diesem Beispiel: “Ich bin heute traurig. Wer kann mir eine Umarmung schenken“. Dergleichen tiefsinnige Bemerkungen brachten es mal locker auf über 600 Likes und fast ebenso vieler Kommentare in wenigen Stunden. Darunter fehlten auch Dutzende von den “herzigen“ Kätzchen nicht, deren Aura wohl zur Grundausrüstung solcher Spiritualität gehören*. Artikel mit tieferem Inhalt bringen nur selten auch nur ein einziges “Like“ zustande, weil deren lesen zuviel Anstrengung kostet und zuweilen auch Unverständnis ernten. Das klingt nach Rache und maßloser Eifersucht. Fehlinterpretation. Solche Gefühle spielen allerdings kaum eine Rolle. Vielmehr ist es Trauer und ein bisschen Wut wohl auch, insofern ein spirituell orientierter Mensch sich eine solche überhaupt erlauben darf; ja Wut über so viel Dumpfheit und Stumpfsinn! Darüber hinaus stellt sich zugegebenermaßen eine permanente Resignation bei mir ein. Denn wie wenig sind viele scheinbar, gerade in solch seichtem Gefilde, bereit, die vorrangigste menschliche Fähigkeit, das Denken, auszuschalten und sich mangels gesundem Menschenverstand und Unkenntnis ihrer Psyche und Bereitschaft zu deren Erkenntnis in äußerst schwierige Lebenssituation manövrieren…

Ich will keineswegs behaupten, dass wir den blossen Intellekt überbewerten und loben und die kalte Abstraktion auf ein hohes Podest stellen sollten. Ein “verlebendigtes” Denken befreit uns indessen gerade davon: von Abstraktionen und allegorischem Gesäusel! Lebendig oder nicht, die Frage danach wird nirgendwo richtig klar und deutlich gestellt. Ich versuche genau diesem Aspekt gerecht zu werden. Vieles wird in solchen Kreisen in denselben schwammigen Topf geworfen, in die kleinkarierten Kisten unserer Vorurteile und Gewohnheiten gestopft und verpackt, wie jene konservativen, traditionellen, die sie gerade verurteilen. Dabei wird begreiflicherweise das Image der Esoterik nicht gerade verbessert. Das ist sehr, sehr schade! Denn die Überwindung des materialistischen Tuns, Fühlens und Denkens wird meines Erachtens in unserer Zeit dringender als je gefordert. Aber gewonnen wird durch die Gefühlsmystik rein gar nichts. Das Erwachen in die lebendige, reale Welt könnte in der Tat zu einem Sommermärchen werden…

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*Achtung, das Kätzchen als Titelbild ist nur ein Lockvogel…;-)

Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie… und „Ursli und der Traum vom Schiff“, ein Kinderbuch auch für Erwachsene…

Gespräch eines Frosches mit sich selbst

FroschFrosch: Ziel der Entwicklung jedes Frosches ist es doch, an den einen und gleichen Frosch-Punkt heran zu kommen, dem höheren Frosch-Bewusstsein sozusagen. Jeder Frosch entwickelt sich nach seinen individuellen Möglichkeiten und Anlagen auf dieses Ziel hin!

Des Frosches “Es“: Ach Quaktscht! Genauso gut könnte sich doch jeder Frosch einfach zu seinem eigenen privaten Frosch-Vergnügen hin entwickeln! Warum auf einen Punkt?

Frosch: Was macht es denn für einen Sinn, wenn frosch sich nur zu seinem eigenen Wohle entwickelt?

Es: Ach dieses blöde Geschwätz von der Sinnfrage! Sorry, da werde ich ganz anders. Warum muss denn immer alles einen Sinn haben!?

Frosch: Na ja, sieh es mal so: wäre dein Tun und Gequacke völlig sinnlos, warum entscheidest du dich denn für das eine und gegen das andere? Nimm mal dieses fette Würmchen dort. Es macht doch sehr wohl einen Sinn, danach zu schnappen oder?

Frosch2Es: Flschtttttt… Mampf
…Ja freilich, aber deshalb stelle ich mir doch noch lange keine Sinnfrage vorher! Ich schnappe danach und fertig!

Frosch: Du meinst Naturinstinkt und so…

Es: Genau!

Frosch: Vielleicht gibt es aber doch noch schwierigere Entscheidungen als diese?

Es: Wie meinst du das genau?

Frosch: Na ja, wenn’s ums nackte Überleben geht zum Beispiel… Oder wenn Dinge eintreten, die man lieber anders gehabt hätte.

Es: Du meinst, wenn dir vor der Nase die Beute weggeschnappt wird und solche Sachen…

Frosch3Frosch: So ungefähr ja…

Es: Gut, das ist schon ganz schön hart, das gebe ich zu! Da gilt halt einfach, der stärkere überlebt und das war’s.

Frosch: Mehr hast du dazu nicht zu sagen?

Es: Was soll ich dazu sagen?

Frosch: Scheinbar fällt dir das Leben sehr leicht! Der Sinn besteht in der Nahrungsaufnahme und in Sex und fertig. Darüber hinaus hast du aber vielleicht auch noch höhere Ziele?

Es: ?

Frosch: !

Frosch4Er nahm einen großen Satz und landete knapp neben einer Seerose im seichten Getümpel. Dort schnappte er blitzschnell nach einer fetten Fliege, die es sich auf dem Seerosenblatt gemütlich machen wollte…

Es: (Selbstgenügsam einschlafend) Ach, wie gut es tut, mit klugen Köpfen wie ich selbst über das Leben zu philosophieren…

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Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie… und jetzt neu auch eines über Anthroposophie… Glaube oder Wissenschaft? und über Kunst – ein kreatives Thema… und noch ein Kunstbuch mit dem Titel: Form-Lust

Der Schablonenmensch

SchablonenmenschWir sind als Naturwesen und als Gesellschaftsmitglied in feste Strukturen eingebettet. Im Kindheitsalter sind diese Strukturen noch relativ wandelbar. Beim Verlassen der Kindheit sammeln wir unzählige Erfahrungen und Erlebnisse und bündeln sie in unserem Gehirn zu neuronalen Schablonen und festen “Datenbahnen”.

Dadurch schaffen wir ein abgeschlossenes Gefäß, gefüllt mit einschlägigen Erlebnissen, die wir durch Prinzipien geformt und eingepresst haben. Dieses Konstrukt tragen wir fortan durch unser ganzes Leben. Wir richten unsere Wahrnehmungen darauf aus. Der Verlauf dieses Lebens bleibt zwar potenziell wandelbar, unsere Erkenntnisse tendieren jedoch zur Verhärtung. Diese abgeschlossene Form nähren wir ab und zu mit Bestätigungen von außen oder begründen sie, rechtfertigen sie durch Provokationen anderer. So befestigen wir sie in ihrer Grundstruktur andauernd. Dadurch verdicken wir unsichtbare Mauern gegen außen und schließen uns immer mehr in diesem virtuellen Kerker ein.

Unser Handeln wirkt mit zunehmendem Alter normiert. Die Natur entlässt uns irgendwann mit zwanzig, dreißig Jahren und beendet ihre Wirksamkeit an unserer körperlichen Entwicklung. Die Gesellschaft und das soziale Leben wirken unentwegt weiter. Die Interaktionen befestigen sich somit nachhaltig. Das Agieren wirkt automatisiert, angepasst, etikettiert. Verständnis gegenüber Fremden, Andersdenkenden in tieferem Sinne bleibt aus, weil die geistige Beweglichkeit verloren geht. Etikette trifft auf Etikette. Maske auf Maske. Handlungsnormen, Sitten und Gebräuche, Traditionen und Gewohnheiten prägen den Routinealltag unseres Lebens.

Ein düsteres Bild von fertigen Automaten, schattenhaften Robotern zeichnet sich ab. Ist es überzeichnet dargestellt? Wie war das in den Dreissigern, Vierzigern? Und leider nicht nur damals. Nach außen wirkt alles oft relativ lebendig und es funktioniert in gewissem Rahmen auch ganz gut. Nach innen entstehen Frustration und Täuschungen, die entlarvt (ent – täuscht) werden müssen, Misstrauen und Verständnislosigkeit. Das gesellschaftliche Leben korrigiert sich in diesem Kontext weniger durch wahrhaftige Einsicht, als vielmehr durch Anpassung. Größere Korrekturen geschehen leider nur durch Katastrophen. Die Tatsache, dass es in dieser Abgeschlossenheit funktionieren kann, täuscht über die desolate Situation hinweg. Wahrhaftige Begegnungen und wirkliche Freundschaften werden immer rarer, “freundliche” Feindschaften immer grösser.

Der Schablonenmensch isoliert sich in seinem eigenen, festgefahrenen Käfig der Meinungen, Dogmen und Prinzipien. Er sieht das letzte Stadium der Entwicklung der Menschheit darin, das Beste daraus zu machen und durch immer detailliertere, eindringlichere, pointiertere und raffiniertere Gesetze und Richtlinien, der Gesellschaft einen scheinheiligen und “gesicherten” Überbau einzupflanzen. So soll der Kitt geschaffen werden, der zusammenhält, was sonst zerfallen müsste. Doch der Schein trügt. Diese Entwicklung hat ihre Grenzen. Die notwendige Folge sind immer mehr “Lücken im System”. Dadurch werden Kriege geschürt und Krisen provoziert. Das Ende ist ein notwendiger Kampf aller Egos gegeneinander.

Zum Glück ist dieses düstere Menschenbild nicht definitiv und abschließend vorgezeichnet! Es bleibt immer der berühmte Funken der Hoffnung aufrecht! Jeder Schatten wird von einem Licht geworfen. Ein stilles Licht, welches in uns aufleuchtet und einen kleinen freien Raum offen lässt, eine kleine Tür, die wir jederzeit öffnen können…

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Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie… und jetzt neu auch eines über Anthroposophie… Glaube oder Wissenschaft? und über Kunst – ein kreatives Thema… und noch ein Kunstbuch mit dem Titel: Form-Lust