Archiv der Kategorie: Technik

5 G – Wahnsinn

Immer mehr zerstörerische Kräfte wirken an unserer Gesundheit ganz unmittelbar und ohne Skrupel. Es wird als Highlight und technologischer Fortschritt verkauft; in Wahrheit geht es ans die Lebenskräfte. Immer mehr elekrostrahlensensible Menschen gibt es in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern. Die Dunkelziffer ist gross. Sie reagieren mit Dauerkopfschmerzen und Unwohlsein, bis hin zu epileptischen Anfällen. Aber nicht nur diese Menschen gefährden ihre Gesundheit, sondern wir alle, auch wenn wir nicht in dieser Weise darauf reagieren. War 4G schon stark genug, um ca. 7% der deutschen Bevölkerung Schwierigkeiten zu bereiten, so werden es beim 5G massiv mehr werden! Denn die Strahlenbelastungen sind um ein zig-faches höher. Es ist absolut unnötig, sich solchen Gefahren auszusetzen. Dutzende Ärzte haben in Deutschland und in der Schweiz auf die mögliche Einführung protestiert und warnen davor, wie das folgende Video deutlich zeigt…

Wie die USA von innen ausge(h)ölt wird

Wie das amerikanische Volk selbst zum Opfer gewissenloser und skrupelloser Geschäfte mit Erdgas-Fracking wird: Dies zeigt das folgende Video.
Es dokumentiert sehr eindrucksvoll eines von vielen Möglichkeiten auf einer sehr konkreten Ebene, wie von der physischen Seite her gewisse Mächte und Kräfte mit menschenfeindlichen Strategien am Werke sind… die im wahrsten Sinne über Leichen gehen.
Damit möchte die USA der Welt Erdgas “aufzwingen”, nachdem sie sich im Kampf um das Erdöl auf der Verliererstrasse sehen…
“Gasland” – zum Thema “Fracking”.

Digitale Technik im Kreuzfeuer

TechnikDiskussionen über technologische Möglichkeiten und Machbarkeiten häufen sich. Manche zeichnen Horrorvisionen bei gewissen Entwicklungen auf. Und dennoch sind sie nicht zu stoppen…

Vor zwei Jahrzehnten war es kaum denkbar, dass sich einige Jahre später Jugendliche und Erwachsene nur noch via Smartphone unterhalten. Dass ein einziges Gerät soviel Zeit unseres Lebens beanspruchen würde, hielt man für einen indiskutablen Zustand, hätte man ihn kommen sehen. Als sie dann da waren, diese Dinger und immer raffinierter wurden, brannte sich das Bild langsam, schleichend und unaufhaltsam in der Gesellschaft ein. Die Macht der Gewohnheit, die zunächst alles Neue verdammt und wenn es sich doch erst einmal etabliert hat, vergöttert, ist ein typisches Merkmal der menschlichen Natur…  Weiterlesen

Ode an mein Smartphone…

smartphoneWir wissen es alle, welchen Zauber Neuigkeiten auf uns ausüben können. Seit einigen Jahren können wir drahtlos und standortunabhängig auf alle Informationen der Welt zugreifen.
Wir sind in der Lage, fast alle Dinge des täglichen Lebens mit den smarten Dingern zu erledigen. Kaum ein Gerät hat unser Leben derart verändert wie diese kleinen, netten Bildschirmchen.

Wo wir auch hinblicken, in die Trams, Busse, Züge, ja sogar bei vorbeifahrenden Automobilisten (+innen) – in Warenhäusern; an die Tischchen der Restaurants, wenn zwei Verliebte, gebannt auf diese kleinen viereckigen Flächen ihre Zeit vergessen, nur leider nicht wegen des geliebten Partners, dessen glänzende Augen sich im (unangenehmen) Widerschein des kalten Lichtes spiegeln – kurz: überall erblicken wir sie, vertieft in irgendeine Nachricht, in irgendein Bildchen, ein bisschen Musik, ein Spielchen und wer weiss was noch alles…

Mann/Frau gehört natürlich selbst dazu, will ja nicht hintendrein hinken im Strome der Zeit, uncool sein, hat sich selbst längst an den Wert dieser Dinger gewöhnt (auf dem auch dieser Text geschrieben wurde). Und dennoch: Wie langweilig sind sie eigentlich! Wie unendlich nervig, wie sehr ziehen sie uns in ihren Bann, bis unsere Augen brennen, weil wir schlicht vergessen zu blinzeln. Wir versklaven uns, machen uns zu Robotern des technischen Fortschritts mit immer wiederkehrenden, teilweise irrationalen Handlungsmustern…

Und dabei sind sie doch so langweilig! Immer das gleiche Bild, wohin wir blicken! Nach irgendetwas Interessantem spähend! Ständig checkend, ob es etwas Neues gibt, irgendeine Sache, die uns – wieder einmal – von den alltäglichen Sorgen abziehen kann; eine neue Nachricht auf Whatsapp vielleicht? Eine neue Mail vielleicht? Schon wieder diese Twitter-Benachrichtigungen, diese ewig langweiligen Mitteilungen, dass jemand irgendetwas favorisiert hat, “retweetet” hat, was man, fast schon automatisiert, mitgeteilt hatte, weil man es ja so wichtig fand …

Man erfährt jederzeit und in Echtzeit, wer – was – wo tut, wer – wann – wo ist und was er/sie gerade denkt oder fühlt. Man sieht unendlich viele „neue“ Nachrichten in den mobilen Zeitschriften, Blogs, Portalen… …und alles das soll man lesen?!? Auch dieses hier?! Ach wie langweilig ist all das plötzlich! Langweilig, weil es keine wirklich coolen Neuigkeiten mehr gibt, die uns zu einem ultimativen „Kick“ verhelfen könnten! Es sind einfach zu viele, zu viele unnütze oder auch zu viele gleiche, immer wiederkehrende Nachrichten. Kriege, Verbrechen, wenn sie nicht gerade in unmittelbarer Umgebung passieren, werden ignoriert, von einem dumpfen Bewusstsein verdrängt, weil sie kaum mehr fassbar sind. Das Zuviel hat uns überwältigt… Das Mehr konditioniert… und: Das Wesentliche ist in die Ferne gerückt…

Es gibt kein „vernünftiges“ Mass mehr (was ist schon “vernünftig”; wer weiss es denn noch?). Der Überfluss hat gesiegt. Das Alles-und- jederzeit Verfügbare stillt irgendetwas ganz Zentrales in uns nicht mehr. Etwas, was jenseits der Zeit, jenseits des verfügbaren liegt. Und dennoch: etwas ahnen wir gleichwohl… Aber, es bleibt immer an der Oberfläche dieser Bildschirme hängen. Still und heimlich (oder besser: unheimlich), schleicht sich allmählich Unmut ein: Handy ein, Handy aus, ein, aus, ein, aus… Moment, nochmal schnell checken – – – vielleicht passiert gerade – JETZT – etwas ganz unglaubliches, etwas, was mir diesen lang ersehnten Kick verleiht, mich anstachelt, antreibt, weiter bringt… doch – wieder nichts. Alles, was kommt, wird schnell wieder vergessen, versandet im Nichts, im Nirwana eines endlosen Gähnens…

Selbst die vielen wundersamen Games mit ihrer 3-Dimensionalen, phantastischen Grafik, vermögen mit der Zeit nicht mehr wirklich zu befriedigen. Level um Level wird erreicht. Alles verlangt immer wieder nach noch mehr, noch besserem, noch schnellerem, nach etwas in uns, was endlich einmal (in ferner Zukunft vielleicht) zufrieden gestellt werden könnte.
Aber das letzte Level – wird niemals erreicht! Irgendwann wird alles langweilig. Alles… …weil wir nach etwas anderem suchen. Wir suchen immer wieder von Neuem – nach Neuem, nach dem Ultimativen, nach dem Letztgültigen, nach dem, was uns irgendwann einmal so tief befriedigt, dass wir nichts Neues mehr wollen!!! Etwas zeitloses, raumloses – ein ewig Seiendes… Aber die Illusion, der Reiz des Neuen packt uns immer wieder, zieht uns in den Bann des Besonderen, was den mühsamen Alltag versüßt. Wir können uns ihm nicht entziehen. Wir werden immer nur für eine gewisse Zeit befriedigt, dann – ist es aus… Ende – Tod… “dumm geboren und nichts dazu gelernt…”, heißt es dann…

So reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt in unserem Leben.
Aber nach jedem Höhepunkt folgt ein Fall in die Tiefe.
Wir schwanken wie Schiffchen in den Stürmen des eigenen Seelen-Gewirrs
und merken dabei nicht, dass dieses Suchen solange weitergehen,
wiederkehren muss,
bis wir angekommen sind.
Angekommen… im Jetzt

…bei uns selbst…

Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie… und jetzt neu auch eines über Anthroposophie… Glaube oder Wissenschaft? und über Kunst – ein kreatives Thema… und noch ein Kunstbuch mit dem Titel: Form-Lust

Mathematik und Kunst… unüberbrückbare Welten?

FormelXminImmer wenn sich zwei grundlegend konträre Gesinnungen treffen, kann es schnell zu kommunikativen und sozialen Problemen kommen. Eine erste, mögliche Grundgesinnung ist diejenige des Künstlers, eine andere jene der Mathematik. Das gesamte Persönlichkeitsgefüge ist vollkommen gegensätzlich strukturiert und die Anschauung der Welt ist somit polarisierend ausgerichtet. Der Mathematiker, oder besser, der mathematisch denkende (und fühlende) Mensch ist tendenziell geneigt, seinen Standpunkt nach „außen“ zu verlegen, in eine Welt der Objektivität und Logik.

Sein Urteil basiert niemals auf persönlichen Gefühlen, insofern er mathematisch denkt, sondern auf der Grundlage reiner, glasklarer Erkenntnisse, die man in der Wissenschaft als objektiv und evidenzbasiert bezeichnet. Das mathematische Urteil ist insofern „unumstößlich“ und fest. Es bleibt kein „Freiraum“ der Argumentation, kein „sowohl – als auch“.
Ganz anders der Künstler, insofern er künstlerisch denkt und fühlt. Sein Standpunkt ist niemals das äußere, mathematisch glasklare und unumstößliche Urteil, sondern es basiert auf den persönlichen, inneren Erkenntnissen, Erlebnissen und Einsichten jedes Einzelnen. In ihm lebt viel stärker die Welt des Subjektiven. Diese stellt sich weit über die für ihn total analytische, kalte und abstrakte Welt äußerer Logik. Seine persönlichen Emotionen bewegen sein Gemüt. Sie sind es auch, die ihm die entscheidenden Gestaltungsimpulse geben.
Selbstverständlich sind diese beiden Haltungen hier nur typisierend und einseitig dargestellt. Dies um klarzumachen, welche Gemütslage die Vorherrschende ist. Mit Sicherheit wird auch der mathematisch orientierte Mensch in einer subjektiven Innenwelt leben und erleben. Und auch er wird daraus Leid und Freude erfahren. Insofern ist auch er, ebenso wie der Künstler, emotional subjektiv beeinflussbar. Er wird aber sicherlich eher geneigt sein, dieser Welt wenig Beachtung beizumessen. Und er wird alles was ihn stützt und trägt, aus der anderen, der logischen Relevanz beziehen.
Es wird schwer sein, Gegensätze dieser Art in Einklang zu bringen. Sie existieren auch in anderen Bereichen, sind aber einprägsam charakterisiert in den zwei genannten. Denn der künstlerisch empfindende Mensch muss nicht zwingend Künstler sein. Es ist vielmehr die Art und Weise des Herangehens an jedwelche Anforderungen des Lebens, sei es im Beruf oder im privaten Alltag. Genauso gut muss der mathematische Eingestimmte nicht zwingend Mathematiker sein. Auch für ihn gelten die genannten Eigenschaften eher als die grundlegende Lebensstimmung.
Das gesamte Gefüge des Handelns, Fühlens und Denkens wird sich aus dieser Grundstimmung heraus ergeben. Sie prägt maßgeblich den Lebenslauf eines Menschen, sein Urteilen, Verurteilen, seine Vorzüge, Sympathien und Antipathien. Die Gegensätze sind im sozialen Umfeld oft nur schwer zu überbrücken. Und die Fähigkeit des „sowohl, als auch“ ist bei den meisten Menschen nicht gegeben. Vielmehr herrscht meistens ein Übergewicht des Einen oder des anderen.
Und keine der beiden Gesinnungen ist „objektiv“ richtig. Die Einsicht jedes Einzelnen ist das Entscheidende. Zu erkennen, wie man selbst die Welt betrachtet, aus welcher Brille heraus, ist erst der Weg aus diesem Dilemma. Erkennt der Mathematiker, dass er seinen Standpunkt außer sich selbst, außerhalb seiner persönlichen, inneren Welt, in eine Welt des Absoluten, reinen Geistes, in eine Welt der Logik und der unerschütterlichen Evidenz, gestellt hat; erkennt er dies, so tritt er aus der Verhaftung seines So-Seins heraus. Dasselbe erfährt der künstlerisch gestimmte Mensch, wenn er erkennt, dass sein Standpunkt nur in ihm selbst Wurzeln geschlagen hat, aus dem rein persönlichen, subjektiven Befinden seiner selbst geprägten Innenwelt, wenn er dies erkennt, dann wird er ebenso jegliche Verhaftung mit diesen vorgezeichneten Lebensformen verlassen.
Im Erkenntnisakt jeglichen So-Seins verlässt man die Identifikation mit den jeweiligen Formen und tritt ein in eine „freie Zone“. Es ist dies ein und derselbe Raum, der einzige verbindende Raum, der uns wirklich zu freien Menschen macht. Alles verhaftet sein drückt uns weg von jeder Einheitserfahrung. Jedes sprechen über solche Erfahrungen mit gleichzeitigem Objektivitätsanspruch und Beharren auf sein Recht, seine Religion, sein Konzept, seine Weltanschauung usw., schiebt uns zurück in die Identifikation und somit in einen Traumzustand unseres Alltagslebens.
Das wirklich Verbindende zwischen solchen Grundhaltungen besteht also viel weniger auf dem bloßen verstandesmäßigen Eingehen auf den Anderen, sondern vielmehr auf diese gemeinsame Erfahrung aus der anderen Perspektive heraus! „Ja, ja, ich verstehe dich schon, es geht mir auch manchmal so, dass ich mich im Irrgarten meiner Gefühle verirre, aber schau doch, in der Welt gibt es nun einmal nur klare und unerschütterliche Urteile. Alles andere ist doch Träumerei. Nur an solchen Urteilen kann ich mich festhalten. Da gibt es keinen Widerspruch, höchstens wenn einer nicht rechnen kann…“, so etwa könnte dann das väterliche oder kameradschaftliche Urteil des „Mathematikers“ ausfallen. Und der Künstler fühlt sich natürlich kaum verstanden und rät seinem Freund: „Ja, aber schau, du gehst ja nicht wirklich in die Dinge hinein. Du stehst ja immer daneben, außerhalb. Du hast deinen „großen Bruder“, die Logik, auf dessen Recht du dich stützt. Ich tauche ab in die Untergründe meiner eigenen Seele. Niemals möchte ich auf diese Erfahrungen verzichten, weil ich mich nur dort selbst erlebe…“
Wenn auf dieser Basis weiterdiskutiert wird, so kann man sich kaum je finden. Objektivität kämpft immer gegen die Subjektivität. Empirische Therapieformen gegen evidenzbasierte Therapieformen. Das Rechthaben wird nur entweder nach innen (in die persönliche Innenwelt) oder nach außen (an eine „objektive, wissenschaftliche“ Begründung) geheftet. Je nachdem auf welcher Seite Sie nun als Leserin oder als Leser stehen, werden sie sofort auch mit: „Aber Hallo…!“ reagieren und Ihren Standpunkt (den äußeren, mathematischen oder den inneren, persönlichen, künstlerischen) vertreten. Aus dem Widerspruch wird man nicht austreten können, wenn man dort verbleibt, wo man selbst drinsteckt. Objekt gegen Subjekt ist der globale Kampf und Vater aller Kriege und Konflikte! Insofern sind es die „Künstler“ gegen die „Mathematiker“.
Aber das muss nicht sein! Der angesprochene Freiraum, aus dem heraus ich mich selbst erkenne, steht über dieser Objekt-Subjekt-Spaltung! Oder meinetwegen auch außerhalb. Vielmehr ist es der Freiraum des Sowohl – als auch… Sobald wir Urteilen, kritisieren, analysieren, treten wir heraus (oder herein) in die Spaltung/Teilung (Ur-Teil). Dies deshalb, weil die Urteile immer einen Träger brauchen. Zum Beispiel jene zwei genannten. Und diese Träger haben zwei gegensätzliche Fundamente. Das eine ist die sogenannte Logik und das andere die subjektiv gefärbte, persönliche Erfahrungswelt jedes Einzelnen. Diese setzt sich aus dem bereits Erlebten zusammen, aus den daraus resultierenden Urteilen, Anschauungen, Emotionen und Gedankenkomplexen. Beide haben selbstverständlich ihre Berechtigung – mit einem kleinen Schönheitsfehler: sie sind nicht frei…

Jedes Teilen freut mich. Danke dafür!

Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie…

Drei geniale Schweizer

Gotthardpass

Gotthardpass

Schweiz, Anfang des 19. Jahrhunderts. Immer wieder gab es, wie auch in dieser Zeit, schillernde und herausragende Persönlichkeiten, die entscheidendes geleistet haben. Mag man heute dies oder jenes Urteil über diese Menschen haben, so muss man dennoch ihre großartigen, oft wagemutigen und selbstlosen Leistungen unverhohlen anerkennen. Damals gab es drei, die letzthin in Sat 3 vorgestellt wurden: Henry Dufour, Henry Dunant und Alfred Escher. Ohne den ersten gäbe es die Schweiz in der heutigen Form wohl nicht mehr. Der zweite lebte für eine Idee, die damals als vollkommen unrealistisch und idealistisch gegolten hat: Das „Rote Kreuz“. Und ohne den dritten wären der Gotthardtunnel und das Eisenbahnnetz, wie es heute noch besteht, sowie die internationale Anbindung der Schweiz, an den Rest Europas, wohl verloren gegangen.

Alle drei Männer haben sich gegen größten Widerstand und unter Gefährdung ihrer Gesundheit, oder gar ihres Lebens, für eine Sache eingesetzt. Und alle haben dabei den Ruhm ihrer Leistungen anderen überlassen müssen. Henry Dufour war Ingenieur, riss viele Mauern ab, plante und baute dafür sein Leben lang Brücken und vermass die ganze Schweiz, sodass auch heute noch erstklassiges Kartenmaterial vorhanden ist. Nach ihm wurde der höchste Berg Europas, die Dufourspitze, benannt. Er wurde zudem als Oberst der Tagsatzungsarmee, im Sonderbundkrieg 1847, als General eingesetzt. Dieser Krieg, der geprägt war von der Auseinandersetzung einer liberalen Schweiz gegen eine mächtige innerschweizerische, katholische Verschwörung, hatte das Potential, dieses Land zu zerreißen und anderen Mächten zu überlassen. Dass Dufour es schaffte, den Krieg zu seinen Gunsten zu entscheiden und sämtliche Sonderbundkantone kapitulierten, war nur aus seiner tiefen menschlichen Haltung seiner verfeindeten Brüder auf der anderen Seite gegenüber, zu verdanken. Denn er wollte mit seiner Kriegsführung möglichst wenig Blut vergießen, weil er sich selbst mit dem Feind menschlich verbunden fühlte. Sein oberstes Ziel war die Wiedervereinigung aller Kantone und somit der Weiterbestand der Schweiz. Selbst gegen den größten Widerstand seiner eigenen höchsten Offiziere, hielt er Angriffsbefehle zurück, versuchte lediglich den Gegner sozusagen „Schachmatt“ zu stellen, ihn zu umstellen, so dass dieser kapitulieren musste. Dies gelang ihm in fast schon genialer Art und Weise. Nur wenige Menschen starben in diesem, nur wenige Wochen dauernden, Bürgerkrieg. Die Folge war nicht nur die Wiedervereinigung, sondern auch ein verstärktes Zusammenstehen aller Kantone. Als Folge gelang es 1848, aus dem Staatenbund einen Bundesstaat Schweiz zu begründen.

Der zweite, Henry Dunant, ebenfalls in Genf geboren, wie Dufour, wuchs in einer begüterten Familie auf und erlebte bereits in Algerien und später in Norditalien viel Leid, als Napoleon III in der Schlacht von Solferino mit den Franzosen gegen die Österreicher kämpfe. Dunant kam dort in ein Lazarett und erlebte, wie von Kanonen zerrissene Soldaten und Zivilisten beider Kriegsparteien, um ihr Überleben kämpften. Er pflegte und unterstützte, unter schwersten Bedingungen, den Arzt, ohne jede medizinische Kenntnis, jedoch mit größter menschlicher Anteilnahme. Seine Briefe und Berichte, die er einer Freundin in Genf schickte, verbreiteten sich mit deren Hilfe schlagartig über die Genfer Presse in alle Welt, sodass das Tabu unmenschlichster Kriegsführung gebrochen wurde und ans Tageslicht kam. Dunant erntete nicht nur Unmut, sondern geriet in größte Not, und dies nicht nur von Seiten der Feinde, sondern auch von vielen Freunden und von seinen Familienmitgliedern. Sein Vorgehen war für diese so etwas, wie ein politischer Verrat. Gegen die größten Widerstände schrieb er ein Buch, welches schnell in ganz Europa gelesen, ebenso gelobt, wie auch zerrissen wurde. Um die Verletzten aus dem, nun noch stärker von den Franzosen kontrollierten, Lazarett zu bringen, zeichnete er mit seiner blutverschmierten Hand ein großes rotes Kreuz auf die weißen Laken der Kranken. Dunant verstand das Lazarett nie als Gefangenenlager, sondern als Krankenlager für Menschen in Not, egal, welcher Kriegspartei sie angehörten und er konnte nicht verstehen, dass man keine Mittel zur Hilfe bereitstellen wollte. Mit diesem Blutkreuz auf weißem Leinen als Fahne, ritt er mit einem Zug Kriegsverletzter, Pflegern und Zivilisten, voran, und durchquerte so die heißen Feuergefechte einer tobenden Schlacht. Beide Parteien stellten ihre Waffen sofort beiseite als sie die sich nähernde Kolonne mit den roten Kreuzen, dem christlichen Symbol beider, sahen und ließen die Menschen passieren! Aus dieser waghalsigen und wagemutigen Initiative entstand nach langen Wirren und Diskussionen schließlich das internationale rote Kreuz, als kriegsneutrale Organisation, welche von allen Staaten Europas unterzeichnet wurde.

Alfred Escher schließlich, der dritte im Bunde, war von der Idee befeuert, einerseits die von den Alpen getrennten, schweizerischen Regionen miteinander zu verbinden. In ganz Europa entstand in jener Zeit ein großes Netzwerk von Eisenbahnen.  Die Schweiz drohte mit seiner einzigen Linie (von Baden nach Zürich), langsam aber sicher, ins Abseits zu geraten. Wozu brauche man denn Eisenbahnen, beschwor vor allem wieder die ländliche Bevölkerung. Bauern und Konservative stellten sich massiv dagegen und verstanden nicht, was ihnen das Ganze bringen würde. Escher kämpfte, mit seinem damaligen Tessiner Freund, Bundesrat Stefano Franscini, um die Idee einer Verbindung vom Norden in den Süden der Schweiz und damit einer Verbindung, die die Schweiz wieder ans internationale Netz anbinden konnte. Es sollte der längste Tunnel der Welt werden! Escher war überzeugt von der Möglichkeit der Realisierung seines Projektes und konnte schließlich auch das Parlament in Bern davon überzeugen. Den Zuschlag erhielt ein gewisser Louis Favre aus Genf. Der versprach, das Projekt in 8 Jahren und zum tiefsten Preis aller Gebote, zu realisieren. Zuvor entstanden schon andere wichtige Bahnverbindungen im Land, für die sich Escher einsetzte. Escher wollte bezüglich Gotthard nicht von ausländischen Banken kontrolliert werden und gründete, ohne jede Kenntnis des Bankenwesens, in Zürich am Paradeplatz, eine kleine Bank. Auch eine Versicherungsanstalt stellte er eigens dafür auf die Beine. Beides, um die Fäden einer später gegründeten Gotthardgenossenschaft, in den landeseigenen Händen zu behalten. Sowohl die Bank, wie auch die Versicherungsgesellschaft  entwickelten sich bis heute zu weltweit renommierten Institutionen mit Namen „Credit Suisse“ und „Swiss Re“. Auch Escher musste später im Alter zusehen, wie ihm das Projekt aus den Händen glitt. Zum einen, weil sich Favre in den Kosten verschätzt hatte, was dann fast zum Stillstand des Projektes führte. Und zum anderen, weil dieser kurz darauf, an Herzversagen, verstarb. Der Bau konnte in letzter Not und nur dadurch weitergeführt werden, weil sich Alfred Escher, mit Druck von aussen, erst aus der Bank und dann auch aus dem Präsidium der Gotthardgesellschaft zurückgezogen hatte. Die Einweihung seines Lebenswerks fand schließlich ohne ihn statt. Er wurde nicht dazu eingeladen! Bundesrat Emil Welti, dem Escher selbst zu seinem Amt verholfen hatte, erntete stattdessen die Lorbeeren.

Die drei biografischen Skizzen haben bei mir einen extrem starken Eindruck hinterlassen. Wie auch immer das politische Urteil dieser Männer aussehen mag, es gibt Dinge, die ich jenseits der Grenze des Beurteilers anerkennen muss. Das eine ist die hohe moralische Kompetenz und das Eintreten für eine menschlichere Welt, welche von allen drei Männern gelebt wurde. Und das andere ist die Fähigkeit, sich in ein Fachwissen und in Verhältnisse einzuarbeiten, auch wenn man darin keinerlei Vorkenntnisse hatte. Sowohl Alfred Escher, wie auch Henry Dunant hatten in den Projekten, für welche sie all ihre Kraft und, man kann wohl sogar sagen, ihr Leben opferten, keinerlei „Professionalität“! Beide arbeiten sich „nur“ aus der Kraft der Begeisterung heraus in die Thematik ein. Sie schufen letztlich Werke, die ihren Einfluss bis in die Gegenwart nachhaltig prägen. Auch Henry Dufour war nicht als General ausgebildet worden. Er erlangte dieses Amt als Oberst einer Milizarmee. Als Ingenieur war er in einem ganz anderen Bereich ein „Profi“. Und dennoch zeigte er in der besagten Situation geniale Fähigkeiten.

Was mich in diesem Zusammenhang insbesondere immer wieder beschäftigt, ist die Frage nach der Bildung. Man beschwört gerne immer wieder die notwendige „Professionalität“ und beharrt in der Beurteilung auf angelernten, studierten, schulischen Kompetenzen. Nur solche Fähigkeiten können, so sagt man, darüber entscheiden, ob jemand imstande ist, eine Aufgabe, was immer es auch sei, zu erfüllen.

Es gibt noch viel mehr Beispiele, als die drei angeführten, die belegen könnten, dass solche Professionalität auch ein Hemmschuh sein kann, um zu wirklich genialen Lösungen zu kommen. Alles, was ich mir an Inhalten aneignen, einstudieren und anlesen kann, mögen wichtige Bausteine und Fertigkeiten sein. Wie oft ist es jedoch so, dass wir im Schulalltag schlicht zu wenig Motivation verspüren, um die nötige Tiefe des Erlernten auszuloten. Umgekehrt kennen wir alle wohl die Situation, wie schnell man lernt, wenn man mit Feuer und Interesse bei einer Sache ist. Die Titel, die wir, oft stolz, durch unser Leben tragen, haben oft nicht mehr wert, als dass sie Freischeine für manche hochdotierten Stellen bedeuten. Ob die Doktorarbeit selbst erdacht, oder bloß ein Plagiat ist, ändert daran auch nicht wirklich viel. Das Papier, welches meine Fähigkeiten ausweist, ist im besten Fall ein gutes Fundament, um in mein Berufsleben einzusteigen. Im Laufe der Jahre kommen Aufgaben an uns heran, die wir nie in einer Schule simuliert haben. Das Erlernte hilft in komplexen Themen oft wenig. Erst das Durchdringen der Aufgabe mit einem aus den Erfahrungen des Lebens geschaffenen Grundverständnis, öffnet die Tore für das Neue, Unbekannte. Eine Kraft, die Intuition genannt werden kann. Aus ihr gebiert die Genialität. Mag es noch so verschroben sein, wenn wir ein Loch durch 15 km Granit-Gestein bohren wollen, damit die Züge einst hindurch fahren können; nichts ist unmöglich, wenn es auch von den meisten Menschen im Vorfeld als verrückt bezeichnet wird.

Urs Weth, Autor von: Selbstreflexion als soziale Kernkompetenz und andere Bücher…

Sind Smartphones lebensnotwendig? Eine (selbst-) kritische Betrachtung…

Skizze, auf dem smartphone gemacht...

Skizze, auf dem smartphone gemacht…

In Baden-Württemberg läuft derzeit ein Test mit Jugendlichen. Sie wollen 7 Wochen auf Handy, Tablet und Spielkonsole verzichten. Schon nach einer Woche scheint es Probleme zu geben und drei der sieben haben heimlich ihr Handy benutzt.

Die meisten von ihnen hatten kurzentschlossen zugesagt, dieses Experiment mitzumachen. Sie glaubten nicht, dass dies grössere Probleme mit sich bringen würde. Mangelnde Selbsteinschätzung? Oder unterschätzt man diese Medien eben doch? Viele von ihnen beschreiben den Zustand ihres handylosen Daseins als quälend. Sie hätten plötzlich viel mehr Zeit für sich. Wissen aber damit nichts anzufangen. Früher hätten sie in solchen Momenten einfach ihr Handy gezückt und mal eben eine SMS geschrieben oder geschaut, was es Neues gäbe. Und jetzt? Die Mutter eines Teilnehmers bemerkte, ihr Sohn hätte sich schon in einer Woche merklich verändert, positiv notabene. Er denke viel mehr über sich selber nach und werde sich erst jetzt langsam bewusst, wie viel Zeit er mit diesen Dingen zugebracht habe. Weil er den Termin einer Online-Anmeldung für die Teilnahme an einem Event im Sommer verpasst hatte, musste er nun einige Kilometer mit dem Rad zum Veranstalter radeln und dort die Teilnahme persönlich auf einem Papier bestätigen. Zum Glück reichte es gerade noch.

Die Zeit, die man offensichtlich plötzlich durch den Nichtkonsum dieser Medien zur Verfügung hat, ist so beträchtlich, dass sie merkliche Löcher in unser Bewusstsein bohren. Nicht nur junge Menschen, sondern zunehmend auch ältere, und ich nehme mich hier nicht aus, bemerken, wie viel Zeit investiert wird für eine Sache, die offenbar (und schleichend) großes (zu großes?) Gewicht bekommen hat.

Im Vordergrund steht die virtuelle Kommunikation auf verschiedenen „sozialen Plattformen“, wie Facebook, Google+, Twitter usw. Da drängt sich immer häufiger die Frage auf, wie sozial sind denn diese Netzwerke, die so viel Zeit unseres Lebens beanspruchen. Sie vernetzen uns zwar, aber verbinden sie uns auch, im Sinne von Verbindlichkeit? Und wofür würden wir diese Zeit denn sonst nutzen? Nicht nur die Jugendlichen dieses Experimentes stellen sich diese Frage, sondern auch ich werde mit ihr, unverhofft stark, konfrontiert. Und inwieweit habe ich die Sache selber noch „im Griff“? Ist es nicht manchmal allzu leicht, das iphone oder smartphone zu zücken, um eben „schnell“ Aktualitäten zu checken?

Wie frei sind wir wirklich im Benutzen dieser Medien? Sind wir nicht eher zunehmend Sklaven derselben?

Es wurden immer wieder viele Studien gemacht in den vergangenen Jahrzehnten, früher noch über den Fernsehkonsum, dann über die Zeit, welche Jugendliche und Erwachsene am Computer und im Internet verbringen. Mittlerweile sieht man all diese Menschen wieder auf der Strasse! Die technische Entwicklung hat es ermöglicht, das Internet immer bei sich zu haben und fast überall online zu sein. Dadurch kommen wir wieder aus den verstaubten Zimmern und Löchern mit all den vergammelten Hamburgern und mit Cola verklebten Tastaturen zurück in die Zivilisation. Wir werden wieder öffentlich! Doch die Realität täuscht. Wie oft sieht man sie, die „Liebespaare“, vereint am Tisch, im Zug oder auf einer romantischen Gartenbank im Park sitzend, beide online, beide über whatsapp mit ihren (jeweils anderen) Freunden kommunizierend.

Was harmlos erscheint und manche vielleicht bestenfalls zu einem müden Lächeln verlockt, scheint epidemische Ausmasse zu erlangen. Wo man hingeht, mich nicht ausgenommen, der Touchscreen ist immer auf Stand-by in unserer Nähe. Was gibt es doch nicht alles Wichtiges! Man könnte ja etwas verpassen! Wie schrecklich! Was haben wir früher nicht alles verpasst! Mag sein, aber irgendwie stimmt mich die Sache dennoch nicht gerade froh. Es gibt soviel, was man/frau bedienen muss: Man denke an all die Facebook-Gruppen, in denen wir dabei sind. Die zwei oder drei Twitter-Konten, die wir verwalten müssen, die vielen Emails, die uns, meist spam-verdächtig, erreichen. Dann all die Internetseiten, Foren und Wölkchen, sprich clouds, die wir zu bedienen und zu “pflegen” haben. Und nicht zuletzt den eigenen Blog, wie meinen hier.

Was ist das Motiv all dieses Handelns? Ist es denn wirklich so wichtig, wie wir meinen? Ich denke darüber nach, aber erst muss ich kurz meine Mails checken…

Urs Weth…Selbstreflexion als soziale Kernkompetenz…
bei Thalia