Gedankenfetzen: Wohlstand

Gedankenfetzen 1:

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Alle unsere Gedanken und Gefühle – und letztlich die Taten, sind darauf ausgerichtet, unseren materiellen Wohlstand zu erhalten.

Schon im Kindesalter werden wir dahingehend erzogen, einen „anständigen“ Beruf zu erlernen, etwas „Gescheites“ zu tun (dazu gehört definitiv nicht der Beruf eines Künstlers oder Schriftstellers), um später gut durchs Leben zu kommen, ein schönes Haus zu kaufen, eine Familie zu begründen, vielleicht ein tolles Auto zu fahren.
Und wir versuchen in den folgenden 40 bis 50 Jahren unseres Arbeitslebens, nachdem wir diese „Grundausbildung“ nach 20 Jahren abgeschlossen haben, stets, diesen materiellen Wohlstand aufrecht zu erhalten, um dann auch im Alter, im sogenanntem Ruhestand, von dem wir nicht wissen, wie lange er dauert, geschweige denn, ob wir ihn überhaupt erleben, davon zehren zu können.

Alles wird nach diesem Ideal ausgerichtet.
Wir geben es unseren Kindern genauso weiter, wie wir es selbst vermittelt bekommen haben. Mögen unsere Beziehungen leiden, unsere wirklichen Interessen und Freuden immer mehr in den Hintergrund rücken: wir klammern uns unerbittlich und fest an diesem Ziel.
Denn es ist zur Massensuggestion geworden, zu einem „Zahir“*, der uns innerlich gefangen hält.
In dieser Art und Weise verbauen wir der wahren Energie des Lebens und der Liebe jede Macht, um uns zu erfüllen…
Und jede Entwicklung, ob persönlich oder global, stockt solange, bis wir begriffen haben, dass sich das „Universum“ nicht an diesem Ideal orientiert…

Urs Weth, „Selbst-Reflexion als soziale Kernkompetenz“ – „Ursli und der Traum vom Schiff“, Kinderbuch… – „Lebendige Prozesse“, Fachbuch über Kunsttherapie…

Im Sinne Paulo Coelhos ist der Zahir (gemäß seinem gleichnamigen Roman) etwas festgefahrenes in unserem Denken, etwas, was uns gefangen hält und über lange Zeit zum handeln verleitet…